Verfassung der Res Publica

In Rom wird eine Verfassung geschaffen, deren wichtigstes Organ der Senat (Von "senex" -> "Greis", der "Rat der Alten") ist. Diese Gruppe von Adeligen (Auch "patres" -> "Väter" genannt, wovon sich das Wort "Patrizier" ableitet) überwacht die Finanzen, schafft Gesetze und ist zuständig für die gesamte Diplomatie der Innen- und Außenpolitik.

Wollte man eine politische Laufbahn anstreben, dann war die Reihenfolge und das Alter genau festgeschrieben: 1. Quaestur ("Befrager", ursprünglich Untersuchungsrichter, später als "Staatssekretäre für Finanzfragen" eingesetzt) (31 Jahre), 2. Aedilität (Ursprünglich Tempelhüter ("aedes" -> "Tempel"), später zuständig für Polizeiaufsicht & Marktkontrolle), 3. Praetur (Von "Prae-itor" -> "Her-zog", ursprünglich für militärische Aufgaben, später als Richter) (40 Jahre), 4. Consulat (Aufgaben waren Führung des Staates und des Militärs) (43 Jahre). Neben diesen Ämtern gab es noch einen "dictator" (wörtlich: "der, der zu sagen hat"), dem in existensbedrohenden Krisenzeiten, beim Versagen beider Konsuln, die gesamte Macht ohne Einschränkung übertragen wurde. Allerdings nur für ein halbes Jahr. Der Senat konnte bei Ausfall der Regierung einen "interrex" ("Zwischenkönig") aus den eigenen Reihen für die Dauer von 5 Tagen bestimmen, um laufende Geschäfte zu erledigen.

Von Anfang an war das politische Leben von zwei Prinzipien bestimmt: Annuität und Kollegialität. So wurden die hohen Staatsämter (Consulat und Praetur) immer doppelt besetzt und zwar nur jeweils 1 Jahr lang. Jeder Consul konnte die Maßnahme seines "Kollegen" verhindern. Außerdem war eine Wiederwahl erst nach 10 Jahren möglich, um eine wiederkehrende Alleinherrschaft (regnum) zu vermeiden.

All diese Ämter waren "honores" ("Ehrenamt"), d. h. die Senatoren erhielten keinen Lohn für ihre Tätigkeit. Es bilden sich also 2 Stände heraus: die auf Grund von Großgrundbesitz, politischer und religiöser Macht priviligierten Patrizier und der Rest der Bevölkerung, die Plebejer. In der Folgezeit stürzen die Ständekämpfe zwischen den beiden Parteien Rom in schwere Krisen. Die Patrizier sind zum Nachgeben gezwungen, da sie auf die Hilfe der Plebejer im Krieg angewiesen sind. Nach und nach erkämpfen die Plebejer den Zugang zu allen politischen Ämtern, der in der Aufzeichnung der Zwölftafeln seine Grundlage hat. Daneben entsteht das Volkstribunat (Vom Volk gewähltes Amt mit Veto gegen alle die Plebejer betreffenden Beschlüsse des Senats), ein den Plebejern vorbehaltenes Amt. Die geschaffene Einheit spiegelt sich in der Formel "Senatus Populusque Romanus" ("SPQR" -> "Senat und Volk von Rom") wieder, wobei "populus" als Bezeichnung des gesamten Volkes dient. Es entsteht auch das römische Bürgerrecht, die "civitas Romana".

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