Technische Realisierung
Nukleustransfer (NT)
Der Nukleustransfer ist die heute am meisten angewandte Methode zum Klonen von Lebewesen. Er
läuft wie folgt ab:
- Entnahme einer Zelle des zu klonenden Organismus (Spenderzelle). Handelt es sich dabei um
eine Somazelle, spricht man vom Somatischen Nukleustransfer (SNT).
- Entnahme einer Eizelle aus einem weiblichen Organismus und Entfernung deren Zellkerns und
damit auch der genetischen Informationen. Allerdings bleibt ein geringer Teil in Form von
Mitochondrien zurück, die nicht entfernt werden.
- Fusion des Zellkerns der Spenderzelle mit der entkernten Eizelle mittels Elektroimpuls. Auf diese
Weise wird ein sog. "rekonstruierter Embryo" geschaffen, der ausschließlich die genetischen
Informationen des zu klonenden Organismus trägt.
- In-Vitro-Kultivierung des Embryos für kurze Zeit und anschließende Verpflanzung in die
Gebärmutter des weiblichen Organismus (Leihmutter).
- Die Leihmutter trägt den Organismus aus und bringt ihn zur Welt.
Bei Tierversuchen funktioniert diese Methode im Durchschnitt nur bei einem Prozent der Fälle. Die
meisten Embryonen sterben schon In-Vitro oder im Uterus ab.
(Quelle: http://www.cloning.ch/cloning/reproduktiv.html#Tierversuche).
Ursache dafür sind die so genannten Inprinting-Defekte. Für die Entwicklung eines Organismus ist es
nötig, dass die Gene zeitlich präzise aktiviert bzw. deaktiviert werden. Diese Steuerung der Gene wird
als Inprinting bezeichnet und funktioniert bei geklonten Organismen meist fehlerhaft. Man muss also
sehr viele Nukleustransfers durchführen, um überhaupt einen Embryo zu erhalten.
Selbst wenn sich ein neuer Embryo entwickelt, ist noch nicht sichergestellt, ob er nicht auch
Inprinting-Defekte aufweist, die allerdings nicht so schwerwiegend sind, dass sie zum sofortigen Tod
führen. Sie können Ursache für Krankheiten sein, die im Laufe des Lebens des Organismus auftreten
und möglicherweise sogar zum Tod führen.
Die Anzahl der Inprinting-Defekte ist am niedrigsten, wenn sowohl Spenderzelle als auch Eizelle vom
selben Organismus stammen.
Künstliche Mehrlingsspaltung (Embryosplitting)
Als Ausgangspunkt für dieses Verfahren dient ein Embryo, der aus einer In-Vitro-Fertilisation
entstanden ist. Während der ersten Zellteilungen sind dessen Zellen noch totipotent, d. h. aus jeder
der Zellen kann sich ein neuer Embryo entwickeln. In diesem Anfangsstadium wird der Embryo in
einzelne Zellen zerlegt und diese mit einer künstlichen Schutzhülle (Zona Pellucida) umhüllt, damit sich
daraus neue Embryos entwickeln können. Dieser Vorgang geschieht in der Natur spontan bei
eineiigen Zwillingen.
Die Erfolgschancen bei der künstlichen Mehrlingsspaltung streben zur Zeit jedoch gegen Null.
(Quelle: http://www.cloning.ch/cloning/reproduktiv.html#Künstliche-Mehrlingsbildung)
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